Der Stille Dirigent

Foto: András Mezei Walke

Der stille Dirigent

Musiktheater

Oktober 1956. Während im Nahen Osten die Suezkrise tobt, fordert ganz Ungarn Meinungs- und Pressefreiheit, Unabhängigkeit von der Sowjetunion und freie Wahlen. Von sowjetischer Seite wird der ungarische Volksaufstand blutig niedergeschlagen. Das Interesse von Politik und Medien aber gilt der Suezkrise.

Die Philharmonia Hungarica, bestehend aus Geflüchteten des Ungarnaufstandes, führt 1957 in München das Konzert für Orchester von Béla Bartók auf. Doch der Dirigent lässt auf sich warten. Verunsichert von der plötzlichen Orientierungslosigkeit beginnt eine Auseinandersetzung mit der veränderten Lebenswelt der Musikerinnen und Musiker. Wer bestimmt die politische Agenda? Wie zeigt sich Solidarität in Zeiten der Not? Wann wird Musik propagandistisch (aus-)genutzt?

Die Spieler*innen der Philharmonia Hungarica begeben sich episodenhaft auf die Suche nach Hoffnung auf Solidarität, Gerechtigkeit und Demokratie.

Bartóks Konzert für Orchester bildet die strukturelle Folie für eine theatrale Befragung von (Ab-)Lenkung der Medien, politischer Themensetzung und Rhetorik im Ungarn von 1956 bis heute.

Uraufführung: Mittwoch 29. Januar 2020, 19.30Uhr.
Ort: Schrenkstraße 8, München
Kartenreservierung: derstilledirigent@gmail.com

Text, Regie: Caitlin van der Maas, Dramaturgie: Teresa Martin,
Komposition, Musik: Friso van Wijck, Schauspiel: Miriam Haltmeier, Sofieke de Kater,
Bühne: Nanako Oizumi, Kostüm: Henriette Müller, Video: Danilo Bastione,
Licht: Max Kraußmüller, Produktion: Isabella Wehdanner,
Produktionsassistenz: Ariadne Jakoby.
Mit Dank an: Christa Hohmann, Alex Ketterer.